Offener Brief an das Bistum Dresden-Meißen zum Thema Winfriedhaus

Offener Brief an das Bistum Dresden-Meißen

Mit Sorge hat der Diözesanrat des Bistums Dresden-Meißen die Nachricht von der brandschutzbedingten temporären Schließung des Winfriedhauses in Schmiedeberg ab Mai 2017 zur Kenntnis genommen (Pressemitteilung vom 29. Oktober 2015). In diesem Sinne verfolgen wir mit großem Interesse die durch diese Nachricht entstandene lebhafte Diskussion über die Zukunft des Winfriedhauses und die Rahmenbedingungen für Jugendpastoral in unserem Bistum.

Sei es in persönlichen Gesprächen, am Rande von Tagungen und Seminaren oder in sozialen Netzwerken: die Leidenschaft und Intensität der Debatte macht deutlich, wie tief das Winfriedhaus als Ort der Begegnung, der Spiritualität und der Glaubens-weitergabe im Bewusstsein der Menschen verwurzelt ist – in unserem Bistum und weit darüber hinaus. Ganze Generationen sind tief geprägt von dem, was sie als Jugendliche in Schmiedeberg erleben durften. Die über 60jährige Tradition des Winfriedhauses und all die segensreichen Impulse, die aus dieser Jugendbildungsstätte hervorgegangen sind, sind von unschätzbarem Wert für das katholische Leben in unserer Region: viele derer, die als Jugendliche den „Geist von Schmiedeberg“ gespürt haben, prägen heute maßgeblich das Leben in unseren Gemeinden, Vereinen und Gremien.
Daher hält der Diözesanrat das Winfriedhaus für einen unverzichtbaren, wesentlichen Ort der Jugendpastoral in unserem Bistum – auch über den Mai 2017 hinaus.

Wir ersuchen Sie, die mit der Leitung unseres Bistums betrauten Frauen und Männer, dieses „Ja“ der Menschen zum Winfriedhaus bei den nun anstehenden Überlegungen, zu entwickelnden Konzepten und daraus resultierenden Kosten- und Nutzenplänen nicht nur zu hören, sondern auch wohlwollend zu berücksichtigen.
Ein „Ja“, das die Sorge um den baulichen Zustand des Hauses, sich ändernder Standards der Beherbergung und daraus entstehender finanzieller Realitäten keineswegs ignoriert oder kleinredet, aber doch ganz bewusst über diese Aspekte hinaus blickt. Nicht aus rückwärtsgewandtem Festhalten an Liebgewonnenem, sondern aus der festen Überzeugung heraus, dass das Winfriedhaus auch künftigen Generationen ein Ort der Freiheit, des Glaubens und des christlichen Miteinanders sein sollte, bitten wir die Verantwortlichen, sorgfältig zu prüfen, ob eine dauerhafte Schließung tatsächlich ein unumgänglicher oder unvermeidbarer Schritt ist.

Für die nun beginnende Entwicklung konzeptioneller Grundlagen für die künftige Ausrichtung der Jugendpastoral (Presseinformation vom 17. November 2015) wünschen wir uns größtmögliche Transparenz gegenüber den Menschen in unserem Bistum; gern bieten wir als demokratisch gewählte und vom Bischof anerkannte Vertretung der Katholiken unsere aktive und konstruktive Mitarbeit in diesem Prozess an.

Zudem bitten wir gemeinsam mit Ihnen Gott um seinen guten Geist für die künftige Weitergabe des Glaubens in unserer Diözese.

Mit freundlichen Grüßen.

Dr. Nikolaus Legutke
Vorsitzender des Diözesanrates im Bistum Dresden-Meißen


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